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In einem länderübergreifenden Projekt reinigten BUCHEN UmweltService und REYM sechs Ladetanks eines Motorschiffs

Tankreinigungen sind nicht nur in der Industrie ein Muss. Auch in der Schifffahrt gehören sie dazu und stellen oftmals ganz spezielle Anforderungen. So zum Beispiel bei einem Tankmotorschiff, das in diesem Frühjahr bei BUCHEN und REYM Station machte. Die Experten von REYM reinigten die vier Ölkammern des Schiffs, die BUCHEN-Spezialisten übernahmen den Abbau von Nebenprodukten aus der Koksgewinnung in zwei weiteren Ladetanks. Die gemeinschaftliche Schiffsreinigung der beiden Schwesterunternehmen war für die Reederei eine vorteilhafte Option. Schließlich gilt im Frachtverkehr zu Wasser die gleiche Prämisse wie bei Anlagen an Land: Stillstandzeiten kosten Geld und sind daher möglichst knapp zu halten. Der enge Austausch und stete Kontakt der zwei Industriereinigungsdienstleister sorgte für vernetzte Prozessabläufe ohne Zeitverluste. Ein Plus, das über die ebenso raschen wie professionellen Reinigungsleistungen hinaus zusätzlichen Mehrwert bot.

Bergmännischer Abbau unter Deck

Rheinkilometer 691,5. Die Kölner Schiffswerft Deutz im Osten des Mülheimer Hafens. Schon seit Jahren reinigt BUCHEN hier regelmäßig die Ladetanks von zwei Tankmotorschiffen. Beide Schiffe sind im Transport von Nebenprodukten aus der Koksgewinnung zuhause. Kommt eines der Motorschiffe zur Überholung in die Werft, folgt ein Procedere, das dem industriellen Turnaround ähnelt: In kürzester Zeit müssen möglichst viele Modernisierungs-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten absolviert werden – unter Einsatz verschiedenster Gewerke und mit entsprechendem Betrieb an Bord. Bei den Nebenproduktkammern steht BUCHEN an erster Stelle. Kaum ist das Schiff aus dem Wasser und auf der Helling, läuft direkt die Tankraumreinigung an.

In voller Schutzausrüstung inklusive Atemschutz tragen BUCHEN-Experten unter Deck mit druckluftbetriebenen Abbauhammern ausgehärtete Produktreste ab. Ein bergmännischer Abbau, der sehr viel Umsicht verlangt, denn die zehn mal zehn Meter großen Kammern sind mit Flächenheizungen ausgestattet. Die Heizrohre verlaufen oberhalb des Bodens im Restprodukt. Sie sind somit bei den Arbeiten zunächst verborgen, dürfen aber mit dem schweren Gerät nicht touchiert werden. Um dies zu bewerkstelligen, sind großes Geschick und besonderes Gespür erforderlich, wobei erschwerend hinzukommt, dass die Härtegrade des abzustemmenden Materials variieren.

Noch im Tank werden die Produktbrocken so weit zerkleinert, dass sie in Kunststofffässer passen. Der Weg nach draußen führt über einen einzigen engen Kammereinstieg. Mit dem elektrischen Kettenzug werden die gefüllten Fässer an Deck gezogen und vom Portalkran der Werft zu bereitstehenden Mulden transportiert. Im Tank verbliebene kleinere Brocken und Stäube saugt BUCHEN mit einer Luftförderanlage in Vakuummulden ab. Für den eigentlichen Abbau in der Kammer kommen Großgeräte nicht infrage. Der Zugang zum Tank ist zu schmal, und sie könnten auch nicht so sensibel eingesetzt werden wie die handgeführten Abbruchhammer.

Üblicherweise beschränken sich die Tankraumreinigungen auf den Boden. Bei einem der Motorschiffe kam in diesem Frühjahr außerplanmäßig eine kurzfristig angesetzte Reinigung der in fünf Meter Höhe liegenden Decke hinzu. Das dazu nötige Raumgerüst erstellte XERVON schnell und unkompliziert direkt im Unternehmensverbund. Zusätzlich übernahm BUCHEN bei diesem Schiff die Absaugung von Produktresten aus dem die Tanks verbindenden Rohrsystem sowie eine anschließende Rohrinspektion mit der Kamera. Im Zwei-Schicht-System waren die Industriereinigungsexperten vier Wochen auf dem Tankschiff tätig. Alles in allem entfernten sie rund 135 Tonnen Produktreste, die von BUCHEN auch entsorgt wurden.

  • Für lange Vorbereitungen am Einsatzort ist bei Schiffsreinigungen keine Zeit. Denn der Platz im Hafen oder auf der Werft ist eng bemessen. Maschinen und Großgeräte können daher erst platziert werden, wenn die exakte Ankunftszeit des Schiffs feststeht. Und die lässt sich meist erst kurz zuvor voraussagen.

Wasserhochdruckreinigung im geschlossenen System

Mündung der Ems in die Nordsee. Der Hafen Delfzijl im Nordosten der Niederlande. REYM betreute das Tankmotorschiff nicht auf der Werft, sondern direkt zu Wasser, und zwar in dem zum Industriehafen von Delfzijl gehörenden, aber etwas abseits gelegenen Wendeplatz im Oosterhorn-Kanal, einem Seitenarm der Ems. Auch für REYM sind Schiffsreinigungen kein Sonderfall. Wohl aber die Arbeiten an diesem Schiff, denn durch die besondere Liegestätte direkt am Deich war es nicht möglich, unmittelbar mit dem Aufbau der benötigten Geräte und Maschinen zu beginnen. Im Vorfeld musste zunächst der dafür vorgesehene Platz befestigt werden, einschließlich Abnahme durch die Hafenbehörde und Kommune.

Hinzu kamen die speziellen Herausforderungen des Projekts, denn die Reinigung der für den Öltransport genutzten Tanks musste komplett emissionsfrei und auf sicherheitstechnisch hohem Niveau erfolgen. Im ersten Schritt setzte REYM die Tanks unter Unterdruck, um die darin enthaltenen Gase absaugen zu können. Noch vor Ort wurden die flüchtigen Stoffe fachgerecht über einer Brennkammer abgefackelt.

Dass das umfangreiche Arbeitspensum so rasch geschafft wurde, belegt die Expertise von BUCHEN und REYM. Als besondere Erfolgsfaktoren bewährten sich dabei einmal mehr die große Erfahrung der eingesetzten Fachkräfte und eingespielte Abläufe, aber auch der trotz aller Widrigkeiten sehr schnelle Aufbau des Equipments sowie die enge Zusammenarbeit.

Für den eigentlichen Reinigungsprozess nutzten die REYM-Teams Wasserhochdrucktechnik, wobei das Wasser über vorgeschaltete Heater zuvor auf 50 Grad Celsius erhitzt wurde. Die ausführenden Fachkräfte stiegen ebenso wie ihre Kollegen in Köln in die Ladekammern ein und arbeiteten unter Deck mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung einschließlich Atemschutz und Chemikalienschutzanzug. Die anfallenden Reinigungsrückstände wurden aufgesaugt und in einem sogenannten Reymtainer zwischengelagert. Per beheiztem Tankcontainer wurde das Produkt zur weiteren Verwendung zum Kunden zurückgeführt. Es wurden 159 Tonnen Material von REYM entsorgt.

Um einen möglichst kurzen Aufenthalt des Tankmotorschiffs im Hafen von Delfzijl sicherzustellen, reinigten auch die Teams von REYM im Zwei-Schicht-System. Nach knapp fünf Wochen war der Einsatz beendet. Der Frachter konnte wieder auf die Reise gehen.

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