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Chemische Reinigungsverfahren im Einsatz gegen Gefahrenstoffe

    • Ammoniak und Chrom VI – diese Gefahrstoffe tauchten auf, als eine Bundesbehörde ihre Kälte-/Klimaanlage austauschen wollte. Aus dem unkompliziert erscheinenden Vorhaben wurde ein Fall für die Spezialisten der BUCHEN-ICS.

      Wand- und bodenverlegt durchzog die Kälte-/Klimaanlage das Bürogebäude der Behörde, auch im Bereich der Arbeitsplätze. Ihre Demontage war bereits angelaufen, als die zuständige Fachfirma auf im Betriebsmittel enthaltene gefährliche Stoffe stieß. In Folge dessen wurde die BUCHEN-ICS hinzugezogen. Vor Ort hatten es die Experten für chemische Reinigungsverfahren dann mit einer heiklen Mischung zu tun: einer Ammoniak-Lösung, versetzt mit Chrom-VI-haltigem Korrosionsschutz.

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    Bei der chemischen Spülung der Anlage setzte BUCHEN-ICS auf eine Verfahrensweise, mit der sich das Ammoniak neutralisieren und das giftige Chrom VI in ungefährliches Chrom III umwandeln ließ. Eine besondere Herausforderung hierbei war die durch eine Fachfirma teilweise bereits erfolgte Demontage der Anlage. Eigentlich werden Systeme dieser Art im Ganzen von riskanten Betriebsmitteln befreit. In diesem Fall hatte man jedoch bereits Rohrverbindungen gekappt und betriebseigene Kreislaufpumpen vom Strom getrennt. Die Gefahrstoffexperten konnten daher die Anlage und das Problem nur in Teilabschnitten angehen. Jede Zapfstelle an Rohrleitungen, Sammlern oder Wärmetauschern musste einzeln über externe Pumpen mit Spülmedien befüllt und anschließend abgezogen werden. Rund sechs Wochen brauchte BUCHEN-ICS für das anspruchsvolle Projekt. Dann war die Altanlage bereit für den weiteren Rückbau.

    • Eine ähnliche Aufgabenstellung meisterte das auf chemische Reinigungsverfahren spezialisierte BUCHEN-ICS-Team in Köln, wo zwei ausgediente Windkanäle des Ford Entwicklungszentrums von Gefahrstoffen befreit und chemisch gereinigt wurden.

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    Gefahrstoffentfernung in mehreren Durchgängen

    Ammoniak hat ätzende Wirkung und kann in Verbindung mit Luft explosiv wirken. Chrom-VIVerbindungen gelten als Kontaktallergene und besitzen toxische Eigenschaften. Beide Stoffe sind im Umgang herausfordernd und speziell bei Chrom-VI ist äußerste Vorsicht geboten. Um die Gefahrstoffe sicher und umweltgerecht aus der Kälte-/Klimaanlage der Bundesbehörde entfernen zu können, nutzte BUCHEN-ICS eine mehrstufige Vorgehensweise.

Schritt 1: Neutralisation des enthaltenen Ammoniaks

Zunächst befüllte BUCHEN-ICS die Anlage Abschnitt für Abschnitt mit saurer Lösung, die anschließend über Pumpen abgezogen und in einen Container transportiert wurde. Dort wurde nochmals saure Lösung zugeführt. Über den gesamten Prozessablauf fielen im Zuge dieser Neutralisierungsvorgänge rund 30 Tonnen Spülwasser mit nahezu neutralen pH-Wert an. Die Entsorgung des Spülwassers übernahm BUCHEN UmweltService.

Schritt 2: Umwandlung von Chrom VI in ungefährliches Chrom III

Zur Umwandlung des Chrom VI wurde die Anlage erneut abschnittsweise befüllt, diesmal mit einer Lösung, die einen leichten Anteil des speziell erstellten Reduktionsmittels enthielt. Die Lösung blieb zunächst für einen gewissen Zeitraum in den Anlagenteilen stehen. Dann wurde sie abgepumpt, mittels Schwefelsäure auf einen leicht sauren pH-Wert eingestellt und versetzt mit nachdosiertem Reduktionsmittel für den nächsten Streckenabschnitt der Kälte-/Klimaanlage genutzt. Mehrmals war neue Lösung anzusetzen. Verbrauchte Spüllösung pumpte BUCHEN-ICS in einen Spezialcontainer. Im Vorfeld wurden dabei Proben gezogen und hinsichtlich eines Chromat-Gehalts überprüft. Dabei konnte an keiner Stelle mehr Chrom VI nachgewiesen werden.

Schritt 3: Klarspülung der Kälte-/Klimaanlage mit Wasser

Zum Anschluss der Arbeiten spülte BUCHEN-ICS sämtliche zuvor bearbeiteten Anlagenabschnitte noch einmal mit Klarwasser. Zur Sicherheit wurde ein weiteres Mal der Chromat-Anteil kontrolliert, wobei sich erneut kein Chrom VI nachweisen ließ. Mit dem Ausbringen der Klarwasserspülung war die Gefahrstoffentfernung aus der Altanlage abgeschlossen. Dem sicheren Rückbau stand nichts mehr entgegen.

An Equipment setzte BUCHEN-ICS unter anderem eine Chemienormpumpe mit 100-t/h-Fördervolumen ein. Zusätzlich stand präventiv eine Absauganlage bereit, die bei einem ungeplanten Austreten von Ammoniak-Lösung zum Einsatz gekommen wäre.

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